Nichts los im Ort? Alles muss man selber machen! Das Jugendteam Torgau engagiert sich seit Anfang 2017 und hat bereits einiges auf die Beine gestellt.

 

„Für Kinder gibt es in Torgau relativ viele Angebote. Für Jugendliche dagegen eher weniger“, bestätigt Christina Gaudlitz, die genau deshalb Anfang Januar 2017 das Jugendteam Torgau gründete. Die gebürtige Chemnitzerin ist der Liebe wegen nach Torgau gezogen. Schon in Chemnitz hat sie sich für junge Menschen engagiert und war in einem Jugendteam aktiv. In ihrer neuen Wahlheimat Torgau wollte sie ihre ehrenamtliche Arbeit mit Jugendlichen fortsetzen.

 

„Ich habe einfach verschiedene junge Leute angesprochen und gefragt, ob sie Lust haben, etwas für ihre Heimat zu unternehmen“, erzählt Christina Gaudlitz. Mit sieben Leuten hat es dann angefangen. Heute sind es insgesamt 43, die beim Jugendteam dabei sind. Zwischen neun und 27 Jahre alt sind die Mitglieder; der größte Teil zwischen zehn und 18 Jahre alt. Die Jugendlichen waren sich von Anfang an einig: Torgau ist eine superschöne Stadt, die ihnen gefällt, aber es gibt viel zu wenig Angebote für die Jugend. So kam es zur Gründung des Jugendteams, mit dem die Jugendlichen ihre Heimat attraktiver gestalten und ein Netzwerk von Jugendlichen für Jugendliche aufbauen wollen.

 

Was das Herz begehrt

Das Jugendteam trifft sich einmal im Monat in großer Runde. Meistens sonntags, weil da alle ein paar Stunden Zeit haben. Bei den Treffen haben die Jugendlichen die Möglichkeit sich auszutauschen und gemeinsam Ideen zu entwickeln. Daraus sind schon verschiedene Projekte hervorgegangen. Erst im August 2018 organisierte das Jugendteam das zweite „Pipe Fest–Rolln To“ am Skatepark Torgau. Viele Kinder und Jugendliche haben am bunten Rahmenprogramm mit Skate- und BMX-Contests, Dance-Battle, Siebdruck und Graffiti-Workshop teilgenommen. Ein Teil des Festes wurde aus den Fördermitteln von Hoch vom Sofa finanziert. Seit diesem Jahr ist das Jugendteam im Programm der DKJS dabei. Neben dem „Pipe Fest-Rolln To“ wurde mit der Förderung ein Seifenblasenflashmob im Rahmen der Veranstaltung „Tag der Sachsen“ organisiert, ein Künstler aus Uganda für HipHop-Dance und Beatbox-Workshops eingeladen und ein Graffiti-Projekt zur Gestaltung der Turnhalle Nordwest in Torgau unterstützt. Das Team veranstaltete außerdem einen Ausflug in einen Kletterwald und einen Kochabend.

 

Online und offline für ihre Heimat

Auch in der digitalen Welt ist das Jugendteam sehr präsent: es gibt eine eigene Homepage und einen Blog, der über aktuelle Projekte und Veranstaltungen informiert. Auch bei Facebook, Twitter und Instagram ist das Jugendteam vertreten. Sogar einen eigenen You-Tube Channel bespielen sie. Doch wichtiger als die bloße Internetpräsenz sind die Treffen und Veranstaltungen. Christina Gaudlitz geht sicher, dass sie nicht nur am Smartphone hängen, sondern persönlich miteinander kommunizieren.

Die Jugend in der Region soll durch das Engagement des Jugendteams gestärkt werden und gleichzeitig stärkt das Jugendteam damit auch die Region. „Wenn in einer Gegend die Jugend kaum eine Rolle spielt, wird die Gegend in Zukunft kaum eine Rolle spielen“, warnt Christina Gaudlitz. Das hat sich das Jugendteam zum Motto gemacht. Denn „ohne Jugend ist die Zukunftsfähigkeit einer Region nicht vorstellbar“, so Christina Gaudlitz. Die Vernetzung von Schule und Wirtschaft sei deshalb wichtig. Im Team werden auch Initiativen, Vereine und Ausbildungsstätten vorgestellt, um den Jugendlichen Perspektiven in ihrer Region aufzuzeigen.

 

Raum zum Träumen

Die größte Schwierigkeit ist immer noch, dass es noch immer keinen festen Raum für das Jugendteam gibt. Die Treffen müssen immer an anderen Orten stattfinden, was besonders für den Vorstand des Vereins großen organisatorischen Aufwand bedeutet. Einen festen Raum zu bekommen, ist also die nächste dringliche Aufgabe. Generell erfährt das Jugendteam in der Kommune viel Unterstützung. Es besteht ein sehr guter Draht zur Oberbürgermeisterin Romina Barth, die sehr engagiert ist und die Aktivitäten des Jugendteams unterstützt. Das Engagement des Teams tut dem Image der Region gut.

 

Die Kinder und Jugendlichen, die sich im Jugendteam engagieren, erfahren viel Wertschätzung ihrer Arbeit. „Das ist wichtig, weil die Kids Erfolgserlebnisse erleben und merken, dass sie etwas bewirken können. Das motiviert und stärkt ihr Selbstbewusstsein.“, zeigt sich Christina Gaudlitz zufrieden.
Das Engagement des Jugendteams beweist einmal mehr, dass es sich lohnt, sich für die eigene Region einzusetzen und etwas zu verändern. Lange gab es nicht viel für Jugendliche in Torgau. Daran hat das Jugendteam aber gehörig etwas geändert.