Wie kann eine Jugendjury die besten Projekte auswählen?

Können Jugendliche verantwortungsbewusst über Preisgelder entscheiden? Wie arbeitet die Jugendjury und wie wählt sie Projekte aus? Kevin Fischer, Jugendjury-Mitglied aus dem Programm Hoch vom Sofa, berichtet:

 

 Kevin Fischer, Jurymitglied

 

Freitagmittag trafen wir uns mit den Betreuern in Dresden. Sie hatten die ehrenvolle Aufgabe, 14 Jugendlichen zu hüten und sicher zur Villa der Brücke/Most-Stiftung zu geleiten.

 

Schon hier lernten sich die Ersten näher kennen und sprachen über ihre eigenen Projekte. Gute Voraussetzungen also für die bevorstehende Jurysitzung.

 

 

 

 

 

Angekommen, stellten sich alle vor. Annabelle, Annegret, Christin, Lisa, Marie, Andreas, Ferenc, Denis, Kevin, Kevin F., Marc, Nico und Robert sowie unsere Moderatoren hatten einen Auftrag: Welche von den 70 Projekten sollen noch dieses Jahr gefördert und umgesetzt werden? Die Entscheidung war alles andere als leicht. Viele Projekte ähnelten sich – eine neue Kletterwand hier, Renovierungsanträge für Jugendclubs und Spielplätze dort. Doch wer darf weiter?

 

 

Nach dem Mittagessen begannen wir mit der Arbeit. Wo stehen wir? Wo wollen wir hin? Und wie kommen wir dort hin? Was sind meine und unsere größten Ängste?  Diese Fragen behandelten wir in vier spontan gebildeten Gruppen. Der Fachbeirat und die Jugendjury berieten getrennt voneinander über Bewertungskriterien für die Projekte.

 

Die Jugendjury entschied sich für:

  • Teamfähigkeit
  • Umsetzbarkeit
  • Spaßfaktor
  • Sinngehalt
  • Förderung (Finanzplan)

 

Für den Fachbeirat standen folgende Kriterien im Vordergrund:

  • Beteiligung der Jugendlichen
  • jugendgerecht – jugendrelevant
  • offen für andere Jugendliche
  • Projektverlauf erkennbar
  • Nachhaltigkeit

 

Anschließend diskutierten wir anhand unserer Kriterien den gesamten Nachmittag über die Projekte. Erst gegen 19 Uhr waren wir fertig [!!Stöhn!!].Früh am nächsten Morgen weckten wir allmählich die noch schlafenden Betreuer und die Zimmer mit der besten Musik aus Rock, Pop und Heavy Metal.

 

Nach dem Frühstück gingen wir zurück an unsere Aufgabe. Nach ausgiebigen Diskussionen begannen wir mit dem Ranking. Um 15 Uhr kam der Moment, auf den alle gewartet hatten. Wer war noch im Rennen? Wer war schon raus? Die Jury, Jung und Alt, Groß und Klein, führte eine letzte Plenumssitzung durch. Der Countdown lief. Wie viele und vor allem welche Projekte sollten mit insgesamt 80 000 Euro gefördert werden? Die Antwort: 28. Die einen hatten Glück, für andere war der Traum vom eigenen Projekt damit ausgeträumt. Tapferkeit haben sie alle bewiesen.

 

Die Jugendjury: Eine Gruppe, die sich in aller Schnelle zusammengefunden hatte; eine Gruppe, die soeben etwas Großes vollbracht hatte; eine Gruppe, die sich so wohl nie wiedersehen würde, tauschte schnell noch Telefonnummern aus, bevor sie sich endgültig trennte und auf den Heimweg machte. Ich glaube, dass jeder von uns viel mitgenommen und einen tiefen Eindruck hinterlassen hat. Ich wünsche allen, die ihre Projekte in die Realität umsetzen dürfen, alles Gute! Umso mehr tut es mir für all diejenigen leid, deren Projekte nicht so viel Glück hatten. Euch kann ich nur raten: Macht weiter! Bildet Initiativen mit Freunden oder mit der Schule, um euer Projekt doch noch umzusetzen.

 

Diesen Text habe ich Euch geschrieben, damit ihr unsere zwei gemeinsamen Tage nie vergesst. Aber auch um mich bei allen zu bedanken, die meinem Projekt, dem Schulradio mit Radio T in Chemnitz, ihre Stimme gegeben haben.