Häufig sind nach Kinderbefragungen mehr Projektvorschläge gesammelt worden als umgesetzt werden können. Um herauszufinden, welche Vorschläge besonders beliebt sind, haben wir drei kindgerechte Abstimmungsmethoden erprobt, die sowohl mit Kleingruppen als auch mit der gesamten Schülerschaft einer Grundschule durchgeführt werden können. Diese Abstimmungsverfahren eignen sich für alle Situationen, in denen spielerisch und demokratisch Entscheidungen getroffen werden sollen.

 

Kindgerechte Abstimmungsmethoden im Überblick

Dürfen Kinder über ihre eigenen Projektvorschläge abstimmen, erhöht sich ihr Interesse und Engagement im Beteiligungsvorhaben. Sofern nur ausgewählte Kindervertreter in den Ideenprozess einbezogen waren, können durch Abstimmungsmethoden alle Kinder an der Entscheidung teilhaben.

 

Abstimmung mit Tischtennisbällen

Plexiglasrohre oder andere Behälter wie etwa Kartons werden aufgestellt. Schreiben Sie die Projektvorschläge jeweils auf oder neben das Behältnis.

 

Bei der Abstimmung erhält jedes Kind einen Tischtennisball, der dann von einer markierten Linie in den ausgewählten Behälter geworfen wird.

 

Sofern keine Plexiglasrohre vorhanden sind, können die Behälter im Anschluss mit einer Küchenwaage gewogen werden, um Zeit zu sparen.

 

Vorteile:

  • geringer Zeitaufwand
  • geringe Materialkosten
  • kann mit beliebig vielen Kindern problemlos durchgeführt werden

 

Worauf muss ich achten?

Lassen Sie die Kinder nur über max. vier bis fünf Vorschläge abstimmen. Weitere Auswahlmöglichkeiten überfordern die Kinder schnell. Wählen Sie so viele Wahlbeobachter wie es Vorschläge gibt, um einen gerechten Ablauf zu gewährleisten.

 

Material und Hilfsmittel:

  • Tischtennisbälle
  • drei Behältnisse oder Plexiglasrohre
  • Stift, Papier, Tesafilm

 

Abstimmung mit Spielautos

Die gleiche Anzahl Spielautos wie Projektvorschläge stehen auf einer Startlinie, die z.B. mit farbigen Kreppband geklebt wird. Vor der Startlinie ziehen Sie mindestens so viele parallele Linien, wie Kinder abstimmen. Jedes Auto „trägt“ einen Projektvorschlag. Kleben Sie also die Projektvorschläge auf die Autos. Jedes Kind hat eine Stimme und darf dann das Auto seiner Wahl einen Querstreifen nach vorne ziehen.

 

 

 

Worauf muss ich achten?

Lassen Sie die Kinder auch hierbei nur über max. vier bis fünf Vorschläge abstimmen. Die Autos sollen groß genug sein, um darauf Moderationskarten aufkleben zu können.

 

Vorteil: Ergebnis sofort sichtbar

 

Nachteil: nur für Gruppen bis max. 30 Kinder

 

Material und Hilfsmittel:

  • Spielautos, Anzahl abhängig von Vorschlägen
  • Kreppband oder ähnliches Klebeband für den Boden
  • Zettel, Stift, Tesafilm zur Präparierung der Autos

Abstimmung mit Murmeln

Bei dieser Abstimmungsmethode, die sich gut für draußen eignet, erhält jedes Kind eine Murmel zur Abstimmung. Im Sand werden Kreise gezogen und die jeweiligen Vorschläge entweder in den Sand geschrieben, oder mit Zetteln, die auf Stöcken kleben, hinter die Kreise gesteckt. Jedes Kind darf dann seine Murmel in den Kreis seiner Wahl werfen.

 

 

 

 

Worauf muss ich achten?

Lassen Sie die Kinder auch hierbei nur über max. vier bis fünf Vorschläge abstimmen. Der Sandkasten oder Sandplatz sollte groß genug sein, um die Kreise mit einem gewissen Abstand voneinander einzuzeichnen.

 

Vorteile:

  • geringer Zeitaufwand
  • schnelles Ergebnis
  • kann mit beliebig vielen Kindern durchgeführt werden

 

Nachteile:

  • muss danach evtl. ausgezählt werden
  • nur für draußen geeignet

 

Material und Hilfsmittel:

  • Murmeln, je nach Teilnehmenden
  • Sandkasten o.Ä.
  • Stöckchen, Papier, Stift, Tesafilm