Wie erreiche ich Kinder und Jugendliche?

Die Möglichkeiten, mit Kindern und Jugendlichen Kontakt aufzunehmen, sind vielfältig – genau wie die Lebenswelten junger Menschen. Wie schafft man es also Kinder und Jugendlichen innerhalb der Gemeinde zu erreichen?

 

Junge Menschen für Beteiligungsprojekte zu begeistern ist nicht immer einfach – aber möglich.

 

 

 

Eigenmotivation prüfen

Was motiviert Sie, sich für die Beteiligung von jungen Menschen einzusetzen? Sind Sie selbst Feuer und Flamme für ein Projekt, kann sich dieser Enthusiasmus schnell auf die Beteiligten und Interessierten übertragen. Ihre Motivation bildet somit die Grundlage, um auch Kinder und Jugendliche für ein Vorhaben zu begeistern.

 

Ein offenes Ohr

Lebenslagen und Bedürfnissen junger Menschen sind im Hinblick z.B. auf ihr Geschlecht, Alter und ihren jeweiligen Entwicklungsstand sehr unterschiedlich. Ein erster Schritt auf dem Weg zu mehr Beteiligung ist es deshalb, Kindern und Jugendlichen zuzuhören. Was sind ihre Interessen, Bedürfnisse und ihre Kritik an ihrem Lebensumfeld? Was wünschen sie sich? Durch gegenseitiges Kennenlernen und Verstehen bauen Sie eine emotionale Ebene und Vertrauen auf.

Kommunikation gestalten

Um erfolgreich zu kommunizieren, müssen Sie angemessen kommunizieren: Es ist unbedingt notwendig, sich auf Augenhöhe auszutauschen.

 

Dadurch schätzen Sie das Engagement der Kinder und Jugendlichen wert. Also bitte nicht siezen!

 

 

 

 

Jugendgerechte Kommunikation heißt aber auch nicht, die Sprache junger Menschen nachzuahmen. Kommunizieren Sie aufgeschlossen und ehrlich – wichtig ist allein, dass Kinder und Jugendliche Sie ernst nehmen können und sich selbst ernst genommen fühlen.

 

Abstrakte Formulierungen und komplexe Projektinhalte sollten Sie klar und verständlich ausdrücken. Vermeiden Sie Fachwörter oder erklären Sie diese zumindest. Gestalten Sie Ihre Sprache grundsätzlich aktiv!

 

Im Laufe des Beteiligungsprozesses sind weitere Vermittler zwischen der Kommunalverwaltung und Kindern und Jugendlichen erforderlich, um zwischen der unterschiedlichen Sprachwelt von jungen Menschen und der erwachsenen, politischen und verwaltungsinternen Kommunikation zu übersetzen. Dabei sollte außerdem regelmäßig Feedback in beide Richtungen übermittelt werden.

 

Medien auswählen

Die Auswahl der richtigen Kommunikationsform trägt maßgeblich zum Erfolg bei. Diese sollten nicht einseitig (z.B. ausschließlich schriftlich) sein oder gewisse Gruppen ausschließen. Soziale Kanäle und Netzwerke wie Facebook und Instagram, Snapchat, WhatsApp oder YouTube gehören für die überwiegende Mehrheit junger Menschen heute zur alltäglichen Kommunikation. Diese nutzen sie außerdem als erste Quelle für Informationen, zur Unterhaltung und Selbstdarstellung.

 

Es lohnt sich direkt vor Ort in Schulen, Jugendclubs, Sportvereinen oder Freizeiteinrichtungen, als auch online über deren Soziale Netzwerke, Websites, Newsletter und digitalen Werkzeuge für konkrete Beteiligungsprojekte zu werben. Die besten Ideen für geeignete Formate und Kanäle haben junge Menschen noch immer selbst. Also nachfragen und ausprobieren!

 

Netzwerke nutzen

Nutzen Sie neben den beruflichen auch persönliche Kontakte, um auf Ihr Vorhaben aufmerksam zu machen. Im eignen Netzwerk befinden sich häufig Personen, die Informationen wirkungsvoll in der Kommune streuen. Eventuell können Sie bei der Verbreitung ihres Beteiligungsvorhaben zusätzlich auf bestehende Netzwerke zurückgreifen.

 

Aktive Prozessbegleitung

Junge Menschen werden sich nur einbringen, wenn sie im Rahmen eines Vorhabens etwas bewirken können. Machen Sie Ihnen deutlich, dass der Kontakt mit anderen Kindern und Jugendlichen und die tatsächliche Projektarbeit im Mittelpunkt des Beteiligungsvorhabens stehen sollen. Unterstützen Sie Kinder und Jugendliche dabei, sich aktiv in die Ideenfindung und die Prozesse einzubringen.

 

Perspektiven aufzeigen

Es ist wichtig, dass sich Kinder und Jugendliche in ihrem Engagement weiterentwickeln können. Dabei sollten Sie mögliche Beteiligungsstufen aufzeigen: Von der Teilnahme an einer Umfrage zu ihrer Erstellung, zur Teilnahme an einer Veranstaltung, über die Mithilfe auf einer Veranstaltung, hin zur selbst verantworteten Planung, Vorbereitung und Durchführung eines Projekts.

 

Machen Sie auf das soziale Miteinander in der Zusammenarbeit und in gemeinsamen Unternehmungen, wie etwa Festen, Ausflüge oder Exkursionen, aufmerksam. Gerade für junge Menschen in ländlichen Regionen ist es reizvoll, Gleichaltrige außerhalb der eigenen Schule kennenzulernen und sich zu vernetzen.