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Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen: Deshalb hat die DKJS den Auftakt zur Jugendkonferenz #MISSION2038 kurzerhand ins Internet verlegt und Jugendliche aus der Lausitz zu einer Online-Konferenz eingeladen. Am 15. April 2020 tauschten sich etwa 20 engagierte Menschen zwischen 14 und 37 Jahren mithilfe von Skype for Business über ihre Ideen und Wünsche für die Region aus: Was motiviert sie, sich für die Lausitz stark zu machen? Worauf sind sie stolz? Und was fehlt ihnen?

 

 

Was die Lausitz ausmacht

In der 2-stündigen Online-Konferenz wurde eines besonders deutlich: Fragt man die jungen Menschen, lassen Image und Bekanntheit der Region zu wünschen übrig: „Wie kann man das Image der Region verbessern? Die Lausitz ist nicht nur Tagebau und AfD.“ Nach Ansicht der Jugendlichen spiegelt das Image der Lausitz den Charme der Region nicht wider. Es müsse sichtbarer werden, wie schön die Lausitz ist und welches Potenzial sie hat. Eine große Chance sehen die jungen Menschen im Tourismus: Nicht nur die Seenlandschaft, der Spreewald und die schönen Städte wollen entdeckt werden, sondern auch die vielen sorbischen Bräuche und Traditionen. „Den Strukturwandel aufzuhalten, ist schlicht nicht möglich. Aber wir können ihn mitgestalten und schauen, dass viel von dem was uns an Tradition, Technik und Kultur lieb und teuer ist, in die neue Lausitz mit einfließen kann.“

 

Was sich die Lausitzerinnen und Lausitzer wünschen

Die jungen Menschen wünschen sich mehr berufliche Möglichkeiten und Bildungsangebote in der Region. Der ÖPNV müsse ausgebaut werden, ebenso die erneuerbaren Energien. Außerdem fehle es vielerorts am Zusammenhalt: „Ich habe das Gefühl, die Dörfer kämpfen für sich und machen nichts zusammen.“ Gemeinsame Veranstaltungen und Aktionen können hier Abhilfe schaffen. Es sei wichtig, „gemeinsam etwas für junge Menschen zu machen – und nicht nur Luftschlösser zu bauen“. Freiräume und leerstehende Gebäude müssen besser genutzt werden. Außerdem wünschen sich die Jugendlichen, besser in den Prozess des Strukturwandels eingebunden zu werden: „Die Gesellschaft und die Menschen in der Region machen den Strukturwandel.“ Dabei sei es wichtig, verstärkt Akteure in der Region zu schulen: Wie können sie junge Menschen gezielt einbinden, damit sie ihre Region aktiv mitgestalten können? „Das braucht Zeit, ist aber super wichtig für die jungen Menschen, die die Generation von morgen sind“, betonte eine Teilnehmerin.

 

Was mit den Ergebnissen passiert

Die #MISSION2038 gibt jungen Menschen die Möglichkeit, sich am Prozess des Strukturwandels zu beteiligen und ihre Zukunft in der Lausitz aktiv zu gestalten. Ausgehend von den Wünschen und Visionen der Jugendlichen plant die DKJS weitere digitale Konferenzen, um eine Weiterarbeit an konkreten Themen zu ermöglichen und junge Ideen in den Strukturwandel in der Lausitz einfließen zu lassen. Die Ergebnisse dieser digitalen Konferenzen werden dann in der zu einem späteren Zeitpunkt stattfindenden Jugendkonferenz wieder aufgegriffen.

 

Die Jugendkonferenz #MISSION2038 ist eine Veranstaltung der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung in Kooperation mit dem Sächsischen Staatsministerium für Soziales und Gesellschaftlichen Zusammenhalt, der Zukunftswerkstatt Lausitz, der DGB-Region Ostsachsen, der Fachstelle Kinder- und Jugendbeteiligung Brandenburg, der Servicestelle Kinder- und Jugendbeteiligung Sachsen, der Kulturfabrik Hoyerswerda e.V, der RAA Hoyerswerda / Ostsachsen e.V. und dem Constitute e.V.