Menschen sind eine Arbeitsgruppe

Was sind Ziele und Aufgaben der lokalen Arbeitsgruppe?

 

Die lokale Arbeitsgruppe dient als eine Austausch- und Kommunikationsplattform für erwachsene Unterstützer, die ein Interesse an den Belangen von Kindern und Jugendlichen haben.

 

Die Gruppe ermöglicht Kindern und Jugendlichen Beteiligungsprozesse und begleitet und unterstützt sie bei der Umsetzung ihrer Ideen.

 

Die Arbeitsgruppe macht sich für Jugendliche stark, setzt sich für deren Interessen ein und vertritt ihre Belange in verschiedenen Netzwerken. Sie leistet somit Lobbyarbeit für die Interessen von Kindern und Jugendlichen und hilft, ihnen mehr Gehör zu verschaffen. Außerdem macht sie das Engagement der Kinder und Jugendlichen für alle in der Kommune sichtbar.

 

Die lokale Arbeitsgruppe soll zwischen den Interessen der Erwachsenen und denen von Kindern und Jugendlichen vermitteln. Außerdem kann sie Bürokratie für Kinder und Jugendliche verständlich machen und sie bei bürokratischen Prozessen (z.B. Anträge stellen etc.) unterstützen. Dazu muss sie mit den Kindern und Jugendlichen Kontakt aufnehmen und diesen Kontakt aufrechterhalten. Innerhalb der Arbeitsgruppe werden entsprechende Ziele und Maßnahmen erarbeitet.

 

Denken BleistiftWelchen Nutzen hat die lokale Arbeitsgruppe?

 

 

 

 

 

 

  • Zusammenarbeit von Haupt- und Ehrenamtlichen: Die Arbeitsgruppe ist ein wesentliches Element, um haupt- und ehrenamtlich Tätige in der Kommune zum Thema der Kinder- und Jugendarbeit zusammenzubringen. Die Zusammenarbeit an gemeinsamen Zielen führt zu einem Verständnis für die Interessen der verschiedenen Beteiligten untereinander.
  • Positive Erfahrungen: Die Arbeitsgruppe ermöglicht zudem, dass gemeinsam positive Erfahrungen in der Zusammenarbeit und der Umsetzung von Beteiligungsprojekten gemacht werden können.
  • Beteiligung bleibt langfristig präsent: Durch die regelmäßigen Treffen bleibt das Thema Beteiligung in der Kommune präsent und kann in der Kommune langfristig aufrechterhalten und strukturell verankert werden. Damit können, vor dem Hintergrund sich verändernder Kinder- und Jugendgruppen, auch langfristige Vorhaben umgesetzt werden.
  • Offizieller Ansprechpartner: Die Arbeitsgruppe ist damit offizieller Ansprechpartner für die Kinder- und Jugendbeteiligung, sowohl für die Kinder und Jugendlichen, als auch für die Erwachsenen in der Kommune.
  • Verteilung von Aufgaben auf mehrere Personen: Ein Vorteil der lokalen Arbeitsgruppe ist, dass hier nicht nur Einzelne agieren und reagieren, sondern eine Gruppe. Dadurch können Aufgaben auf mehrere Personen verteilt werden.
  • Vielfältige Ideen und Vorgehensweisen kommen zusammen: Ist die Arbeitsgruppe vielfältig besetzt, ermöglicht dies ein gutes Abbild der verschiedenen Akteure in der Kommune, sowie deren Interessen. Dementsprechend werden die Themen aus verschiedenen Blickwinkeln (je nach Alters- und Erfahrungshintergrund) betrachtet und es können gute Lösungen erzielt werden.

 

Wer sollte die Arbeitsgruppe bilden?

Für die Bildung einer lokalen Arbeitsgruppe braucht es eine Person, die in der Kommune Ansehen genießt und über ein gutes Netzwerk verfügt. Günstig ist es, wenn diese Aufgabe von der Bürgereisterin/vom Bürgermeister bzw. einer Person aus der Kommunalverwaltung übernommen wird. Letztendlich trifft diese auch die Entscheidung darüber, ob Beteiligung der Kinder und Jugendlichen in der Kommune gewollt ist. Als Repräsentant der Kommune ist eine Bürgermeisterin/ein Bürgermeister in ihrer/seiner Position dafür prädestiniert, für Unterstützung in der Kommune zu werben.

 

 

Welche Vorgehensweisen gibt es, um eine Arbeitsgruppe zu bilden?

 

Es gibt verschiedene Wege eine Arbeitsgruppe zu bilden:

 

Einerseits könnten möglichst viele Personen zu einem ersten Treffen eingeladen werden, die Interesse an den Belangen von Kindern und Jugendlichen haben könnten. Dazu sollten vor allem die persönlichen Kontakte genutzt werden, sowie die üblichen Kommunikationswege der Kommune, wie z.B. Amts-/Gemeindeblatt, Schwarzes Brett, Homepage der Kommune usw. Aber auch postalisch kann die Einladung z.B. an alle Vereine, die Kindertagesstätten und Schulen gehen.

 

Eine andere Möglichkeit die Arbeitsgruppe zu bilden, ist es mit einer kleinen, schnell verfügbaren ad hoc Gruppe aus interessierten Personen zu beginnen. Auch drei Personen können bereits eine arbeitsfähige Steuerungsgruppe bilden. Durch die Ansprache weiterer Interessierter kann die Gruppe nach und nach erweitert werden.
Vielleicht gibt es auch schon eine Gruppe von Engagierten, die sich bislang für andere Themen der Kommune einsetzt und Interesse daran haben, sich auch um die Belange von Kindern und Jugendlichen zu kümmern.

 

 

Wer sollte in der lokalen Arbeitsgruppe vertreten sein?

Idealerweise sollte die Arbeitsgruppe aus folgenden Personengruppen bestehen:

  • Vertreterinnen und Vertreter der Kommune (z.B. Bürgermeister/in, Gemeinde-/Ortsbeiräte, Hauptamtsleiter, Mitarbeitende der Verwaltung)
  • Personen, die gute Kontakte zu Kindern und Jugendlichen haben (z.B. Jugendarbeiter der freien Träger, andere aber ältere Jugendliche, Vereinsmitglieder etc.)
  • Vertreterinnen und Vertreter aus der Kinderbetreuung (Kita, Hort) und der Schule (z.B. Schulleitungen, Lehrerinnen und Lehrer)
  • Vertreterinnen und Vertreter aus Vereinen, Verbänden, der Freiwilligen Feuerwehr
  • Andere Engagierte, die ein Interesse an den Belangen von Kindern und Jugendlichen haben (z.B. Eltern, Großeltern, Rentner, Vertreterinnen und Vertreter der Kirche u.a.)

 

Zudem können Personen als Unterstützer punktuell hinzugezogen werden, wie z.B. die Presse, Wissenschaftler, Berater etc.

 

 

 

Was sind die ersten Schritte innerhalb der Arbeitsgruppe?

Nachdem sich Interessenten für eine Arbeitsgruppe zusammengefunden haben, klären sie in einem ersten Treffen Ihre Ausgangslage und wie sie mit den Kindern und Jugendlichen arbeiten wollen:

 

 

 

Menschen machen HandschlagWelche Ziele verfolgen die einzelnen Beteiligten?

Was gibt es in Bezug auf Kinder- und Jugendbeteiligung in der Kommune bereits? Welche Erfahrungen wurden hier gemacht? Was verstehen die einzelnen Beteiligten unter Kinder- und Jugendbeteiligung?

 

 

 

 

Worin sollte die Rolle und Funktion der Bürgermeisterin/des Bürgermeisters bestehen?

Zu Beginn der Arbeit der Arbeitsgruppe sollte geklärt werden, welche Rolle die Bürgermeisterin/der Bürgermeister einnehmen kann und soll. Die Erfahrungen der DKJS zeigen, dass es von großem Vorteil ist, wenn die Bürgermeisterin/der Bürgermeister Interesse am Thema und der Arbeit der Arbeitsgruppe, sowie an den Belangen der Kinder und Jugendlichen zeigt, und das Engagement aller würdigt. Neben der Unterstützung der Beteiligten, kann das Gemeindeoberhaupt auch als Schirmherr agieren und in dieser Funktion bei wichtigen Entscheidungen hinzugezogen werden, bzw. bei Veranstaltungen als Unterstützer mit dabei sein. Wichtig ist, dass die Bürgermeisterin/der Bürgermeister seine Position nutzt, um die Gruppe und ihre Arbeit zu unterstützen. Das bedeutet nicht zwangsläufig, dass er an allen Aufgaben beteiligt sein muss. Die Bürgermeisterin/der Bürgermeister sollte das Ohr sowohl an der Arbeitsgruppe als auch bei den Kindern und Jugendlichen haben. Einfluss und seine Kontakte können zwar genutzt werden, in seiner Funktion sollte sich die Bürgermeisterin/der Bürgermeister jedoch eher zurückhalten.

 

 

Welche Aufgaben hat die Arbeitsgruppe?

Die lokale Arbeitsgruppe hat zum Ziel die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen in der Kommune zu ermöglichen, zu begleiten und zu unterstützen. Dazu müssen zunächst die Ideen und Wünsche der Kinder und Jugendlichen identifiziert werden. Damit dies gelingen kann, braucht es eine gute Organisation Arbeitsgruppe. Dazu gehört, dass regelmäßige Termine festgelegt werden, die Teilnehmer eingeladen und eine Tagesordnung erstellt und verschickt wird. Die Sitzungen sollten moderiert und protokolliert und das Protokoll anschließend an alle Teilnehmenden verschickt werden. Wichtig ist es zudem, dass Arbeitsgruppe nach außen für die Bürgerinnen und Bürger sowie die Kinder und Jugendlichen in der Kommune sichtbar wird. Dazu gehört, dass die Ziele und Aufgaben der Gruppe transparent gemacht werden. Die konkreten inhaltlichen Aufgaben resultieren daraus, welche Vorhaben mit den Kindern und Jugendlichen umgesetzt werden sollen.

 

 

Wie kann die Zusammenarbeit in der Arbeitsgruppe gut organisiert und strukturiert werden?

Die zeitlichen und personellen Ressourcen sind auch in Bezug auf die Umsetzung von Beteiligung knapp. Das bedeutet, dass die Arbeit in der Arbeitsgruppe gut strukturiert und organisiert werden muss.

 

 

Start mit kleinen Projekten: Für die Begleitung und Unterstützung von Projekten der Kinder und Jugendlichen hat es sich als hilfreich erwiesen, zunächst mit kleineren Projekten zu starten.

Dies ermöglicht eine schnelle Umsetzung und dadurch schnelle Erfolgserlebnisse für alle.

 

Arbeitspakete verteilen: Arbeitspakete und Aufgaben, die mit der Umsetzung des jeweiligen Vorhabens verbunden sind, sollten so kleinteilig wie möglich sein, damit ein Gefühl des Vorankommens entsteht und Erfolge schnell sichtbar werden. Dies erhöht die Motivation in der Gruppe der Teilnehmenden.

 

Moderation der Treffen: Es braucht eine Person, die die Treffen der Steuerungsgruppe moderiert, den Ablauf strukturiert und Beiträge zusammenfasst. Dieser Moderator sollte ebenfalls auf die Einhaltung der Zeit achten.

 

Verschiedene Orte: Für die Organisation hat es sich als hilfreich erwiesen, verschiedene Orte in der Kommune für Treffen zu nutzen. Dadurch wird die Vernetzung und auch durch das Kennenlernen verschiedener Orte in der Kommune unterstützt.

 

Wozu braucht es einen Moderator in der Arbeitsgruppe?

Damit die Arbeitsgruppe strukturiert und vor allem ressourcenorientiert aber auch demokratisch arbeitet, ist es wichtig, dass die Gruppe von jemanden moderiert wird. Aus den Projekterfahrungen hat es sich als Vorteil erwiesen, wenn Moderatoren nicht aus der Kommune kommen. Sie sind damit frei von Erwartungen oder Rollen, können den „Blick von außen“ mit in die Kommune bringen und genießen eine höhere Autorität. Sie können es ermöglichen, dass sich die Teilnehmenden auf Augenhöhe begegnen und zielorientiert an der gemeinsamen Sache arbeiten.

 

 

Welche Aufgaben hat der Moderator?

  • Die Inhalte zu strukturieren, zu sortieren und zusammenzufassen.
  • Die Gruppe zum Thema zurückbringen.
  • Zum Diskutieren anregen.
  • Diskussionen zu Lösungen voranbringen.
  • Darauf achten, dass alle in der Gruppe gleichberechtigt sind.
  • Alle zu Wort kommen lassen und Vielredner stoppen.
  • Auf die Einhaltung der Besprechungszeit achten.