Die Sächsische Jugendstiftung, die Sächsische Landjugend und die Deutsche Kinder- und Jugendstiftung haben Mitte Mai ihre Ressourcen gebündelt und einen Notfonds für selbstverwaltete Jugendclubs und freie Jugendinitiativen bereitgestellt. Der Jugendnotfonds Sachsen unterstützte die jungen Menschen bei der Übernahme von Betriebskosten, bei der Wiedereröffnung des Clubs oder auch bei der Erstellung eines Hygienekonzept. Binnen kürzester Zeit sind über 30 Unterstützungsanfragen eingegangen, so das insbesondere der für die Übernahme von Betriebskosten eingestellte Betrag von 10.000 EUR sehr schnell ausgeschöpft war.

 

Die drei Initiatorinnen des Jugendnotfonds Sachsen berieten innerhalb eines Monats über 30 Jugendclubs, nun ist das Geld ausgeschöpft und sie ziehen Bilanz.

 

Die Corona Pandemie traf selbstverwaltete ehrenamtlich organisierten Jugendclubs besonders hart. Um die Miet- und Nebenkosten für ihre Räume aufzubringen, nutzen diese Jugendtreffs üblicherweise kleinere Veranstaltungen wie Gemeindefeste (z.B. durch Ausschank, Tombolas etc.) zur Refinanzierung der laufenden Kosten. Diese Einnahmen brachen, durch den pandemiebedingten Ausfall von Veranstaltungen, plötzlich weg, so dass viele selbstverwaltete Jugendtreffs und Jugendinitiativen aktuell nicht wissen, wie es weitergeht. Zudem gibt es weder von Bundes- noch von Landesebene Unterstützungsangebote – beispielsweise in Form von Notfonds oder Zuschüssen – über die betroffene Jugendtreffs hätten Hilfe erhalten können. So gelang es nicht, die Jugendclubs an Soforthilfe-Programme wie z.B. den „Härtefall Kultur“ zu vermitteln, da hier die Hürden so hoch waren, dass kaum ein Jugendtreff in die Situation kam, einen Antrag zu stellen.

 

Einige Städte und Gemeinden ergriffen die Initiative und retteten ihre Clubs

 

In Zeiten der Corona-Pandemie sind einige Gemeinden den Jugendclubs helfend zur Seite gesprungen und haben entweder Betriebskosten teilweise übernommen, Mietkosten erlassen oder sie legten eigene kleine Jugendnotfonds auf. Trotz dieser großartigen solidarischen Geste konnten nicht alle laufenden Kosten und Verbindlichkeiten abgedeckt werden, wie die Inanspruchnahme des Jugendnotfonds Sachsen eindrücklich aufgezeigt hat. Darüber hinaus konnte aufgrund der begrenzten Mittel des Jugendnotfonds nur eine kleine Zahl an selbstverwalteten Jugendclubs unterstützt werden.

Jugendclubs und -initiativen als Räume des Engagements und Ehrenamtes junger Menschen, sind für das selbständige Aufwachsen junger Menschen in den Kommunen wichtige biografische Stationen und geben positive Impulse für das Zusammenleben vor Ort. Da diese Jugendorte durch die Raster der öffentlichen Pandemie-Unterstützung gefallen sind und teilweise von Schließung bedroht oder von den Jugendlichen vom eigenen Geld erhalten werden, benötigen sie jetzt besondere Unterstützung für den Neustart.

 

Räume für Jugendliche erhalten und neue schaffen

 

Die Kooperationspartnerinnen des Jugendnotfonds Sachsen ziehen den Schluss, dass dringend finanzielle Mittel zur Entschuldung von selbstverwalteten Jugendclubs in ganz Sachsen notwendig sind. Sie empfehlen, die Struktur der selbstverwalteten Jugendclubs, -treff und –initiativen zu fördern und auszubauen. Auch wäre es hilfreich, mit weiteren Investitionen dafür zu sorgen, dass geschlossen Einrichtungen wieder öffnen können und neue jugendgerechte Räume entstehen. Diese Investitionen sollten aus der Perspektive der Kooperationspartnerinnen des Jugendnotfonds Sachsen bei der Bereitstellung von Maßnahmen im Aktionsprogramm „Aufholen nach Corona“ dringend mit beachtet werden und danach weiter eine Regelfinanzierung erhalten.

 

Informationen unter www.jugendnotfonds-sachsen.de

 

Pressekontakt:
Deutsche Kinder- und Jugendstiftung | Edda Laux | edda.laux@dkjs.de | 0176-125 767 84

 

Der Jugendnotfonds wurde von der Sächsischen Jugendstiftung, der Sächsischen Landjugend und der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung gemeinschaftlich ins Leben gerufen. Diese Maßnahme wird mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des von den Abgeordneten des Sächsischen Landtages beschlossenen Haushaltes.