Mathias Busch, kommunaler Praxisbegleiter

Die Auftaktveranstaltung ist oft die erste Begegnung zwischen Jugendlichen und erwachsenen Akteuren.

 

Wie eine jugendgerechte Ansprache aussieht und die Veranstaltung zu einem Erfolg wird, berichten ein kommunaler Praxisbegleiter und die Programmleiterin vom Hoch vom Sofa:

 

 

 

 

„Im konkreten Austausch zwischen allen Akteuren entsteht Magie!“

 

DKJS: Liebe Edda, wieso ist eine offizielle Auftaktveranstaltung für das Beteiligungsvorhaben eigentlich empfehlenswert?

 

Edda Laux: Kommunen wissen, wie schwer es ist, an die Jugendlichen vor Ort ranzukommen. Eine Auftaktveranstaltung ist eine gute Möglichkeit, die Jugendlichen an einen Tisch zu bringen. Zudem sammelt die lokale Arbeitsgruppe dabei wichtige Erfahrungen, wie sie an junge Menschen herantreten muss. Beteiligungsprojekte leben grundsätzlich immer von einem guten Informationsmanagement gegenüber Kindern und Jugendlichen.

 

 

DKJS: Lieber Mathias, Jugendliche bewegen sich ja bekanntlich in anderen Informationsräumen als das zum Beispiel eine Kommune tut. Welche Tipps kannst Du den Kommunen in Bezug auf die Ansprache Jugendlicher geben?

 

Mathias Busch: Ganz wichtig ist eine klare Ankündigung der Veranstaltungsinhalte. Durch ansprechende Plakate und Flyer können viele Jugendliche erreicht werden, auch wenn sie in der Kommunikation untereinander Soziale Netzwerke benutzen. Nebulöse Ansprachen sollten dringend vermieden werden. Die Jugendlichen müssen erfahren, was sich konkret hinter dem Vorhaben der Gemeinde versteckt. Konkretes Benennen wie etwa „Unser Dorfplatz soll erneuert werden! Wie stellt ihr euch den vor? Was soll da entstehen?“ ist dabei entscheidend. Im Programm muss auch ersichtlich sein, welcher Programmpunkt nun gezielt für Jugendliche konzipiert ist.

 

 

DKJS: Wenn Jugendliche nun zur Auftaktveranstaltung gekommen sind, wie soll die Kommunikation zwischen Jugendlichen und Erwachsenen gestaltet sein?

 

Edda Laux: Wir müssen den Jugendlichen eine Bühne geben! Was aber so viel heißt wie: Die erwachsenen Akteure wie der Gemeinderat oder ehrenamtlich Engagierte müssen ihre Bühnenzeit reduzieren, um den Jugendlichen Raum und Zeit zu geben.

 

Mathias Busch: Nachdem die Jugendlichen ihre Projektideen vorgestellt haben, ist ein konkreter Austausch zwischen allen Akteuren sehr wichtig, genau da entsteht die Magie! Dazu können runde Tische gebildet werden, sodass die erwachsenen Funktionsträger sich dort konkret mit den Jugendlichen auseinandersetzen können.

 

 

DKJS: Worauf ist für eine erfolgreiche Begegnung zwischen allen Akteuren noch zu achten?

 

Edda Laux: Eine elementare Rolle spielt das Erwartungsmanagement. Allen Beteiligten müssen die Möglichkeiten aber auch die Grenzen ihrer Erwartungen bereits am Anfang gut und verständlich vermittelt werden. Erwachsene dürfen nicht der Erwartung verfallen, dass alle Jugendlichen nun zu ehrenamtlichen Projektmanagern aufsteigen. Jugendlichen muss man vermitteln, dass dies der Anfang einer oftmals langfristigen Zusammenarbeit ist. Dies heißt aber nicht, dass die Phantasie, die Kreativität und der Ideenreichtum dem Pragmatismus zum Opfer fallen dürfen! Manches wird auch erst auf den zweiten Blick realistisch umsetzbar. Vielleicht braucht es nur eine gedankliche Öffnung oder das Wissen um das dahinterliegende Bedürfnis der Kinder und Jugendlichen. Und gerade wir Erwachsenen neigen oft zu schnell zu einem: „NEIN, das geht nicht.“