©DKJS/F.Grätz

Im November 2017 kam ein gelber Siedler-Anhänger auf den Schulhof in Lichtenberg gefahren. Zur großen Freude der Kinder befanden sich kistenweise Bastelmaterialien darin. In einem zweitägigen Planungs- und Bauworkshop hatten die Grundschülerinnen und Grundschüler die Möglichkeit, Modelle für Ihren Wunsch-Schulhof zu bauen. Die Idee, die Kinder in die Neugestaltung des Schulhofs einzubinden, kam von der engagierten Arbeitsgruppe in Lichtenberg, die sich für die kommunale Mitgestaltung der jungen Lichtenberger einsetzt.

 

Zusammen mit der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung (DKJS) arbeitet die Arbeitsgruppe seit Sommer 2017 im Rahmen des Programms Demokratie in Kinderhand an der Etablierung kommunaler Kinderbeteiligung.

 

Nachdem alle planerischen Vorbereitungen besprochen und ein lokales Cateringunternehmen für die Verköstigung der Grundschüler engagiert wurde, konnte es am 9. November 2017 früh morgens endlich losgehen. Zuerst nahmen die Grundschülerinnen und Grundschüler mit Polaroid-Kameras den eigenen Schulhof ganz genau unter die Lupe. Danach halfen Meckermonster und Wunschfee bei der Auswertung. Die Kinder sammelten viele Mängel und noch mehr Ideen, wie der perfekte Schulhof auszusehen hat. Ein zeichnerischer Entwurf half, die Interessen aller Schüler mit zu berücksichtigen.

 

Nach der Mittagspause setzten die Mädchen und Jungen ihre Erkenntnisse dann in die Praxis um: Es wurde gesägt, geklebt, gemessen und modelliert. Dabei entstanden phantasiereiche Modelle, die die Wünsche der Kinder widerspiegelten. Im Anschluss wurden die Ergebnisse der Workshops mit der Arbeitsgruppe besprochen und der Bauplanerin mitgegeben, die sie in ihre Entwürfe einfließen lässt.

 

 

Was wünschen sich Grundschüler für den Schulhof?

 

Bei der Auswertung hunderter Spielideen kristallisierten sich vier Schwerpunkte heraus. Besonders am Herzen liegt den Kindern das Thema Klettern. Mehr Möglichkeiten zum Hangeln, Turnen und Klettern in Form von Klettergeräten und -wänden standen ganz oben auf der Wunschliste. Besonders groß war auch der Wunsch nach abgetrennten Spielbereichen zum Fußballspielen, Schaukeln und Chillen. Markierte Fahrzeug-Parcours mit Ampeln und Kreuzungen für die Kinderroller standen ebenfalls auf der Wunschliste. Aber auch Versteck- und Ruheecken zum Chillen und neue Schaukel und Rutschen standen hoch im Kurs.

 

Wer hätte das gedacht?

 

Die Modelle der Kinder zeigten, dass sie keine Wolkenkuckucksheime bauen, sondern realisierbare Ideen umsetzen. Auch wurde die Sicherheit auf dem Schulhof oft thematisiert. Anders als erwartet, störten sich die Kinder nicht am Asphaltboden, im Gegenteil, sie machten sich diesen zu eigen. Auf den vorhandenen Grünflächen sollen aber noch mehr Blumen wachsen. Da haben auch die Bienen etwas davon!